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descriptionGrafik: Gehirn
Zu Epilepsie bestehen viele Missverständnisse und Vorurteile. Dabei ist Epilepsie eine organische Erkrankung, die nicht mit einer kranken Psyche verbunden ist.
descriptionEEG-Messung
Typische Kurven der Hirnströme zeigen im EEG auch in anfallsfreier Zeit, ob eine Epilepsie vorliegt. Andere Diagnosemöglichkeiten sind MRT und Blutuntersuchungen.
descriptionTablettenbox
Wenn Medikamente nicht ausreichend greifen, können Operation und gezielte Nervenstimulation die Übererregbarkeit der Gehirnnerven dämpfen.
descriptionKind mit Luftballons
Fieber, Wut oder Epilepsie – was ist die Ursache für einen Krampfanfall bei Kindern? Ist tatsächlich Epilepsie der Grund, helfen Diät und Medikamente.
descriptionVolleyball-Spiel
Epilepsie muss die Lebensqualität nicht einschränken. Die richtige Medikation macht die meisten Berufe, Hobbys und auch Schwangerschaft möglich.
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Gewitter im Kopf

Nicht wenige Menschen haben schon einmal einen epileptischen Anfall erlebt – durch zu viel Stress, nach einer durchzechten Nacht oder durch Stromschlag. Ein einzelner epileptischer Anfall ist jedoch noch keine Epilepsie, und nicht jede Epilepsie entspricht dem weit verbreiteten Bild, das wir von dieser Krankheit haben.

Im Überblick



Mit Besessenheit, Göttern und Dämonen ist die Epilepsie im Laufe der Geschichte immer wieder in Zusammenhang gebracht worden. Da war von Genialität die Rede, Kontakt zu den Naturgewalten oder besonderen Geistesgaben. Ob das den Betroffenen immer gutgetan hat, mag bezweifelt werden, denn die Krankheit ist – auch wenn man die Ursachen nicht in jedem Detail kennt – eine Organkrankheit: Man kann sie behandeln, man kann sie vielfach sogar heilen, und man kann damit leben. In Deutschland leben etwa 400.000 bis 800.000 Menschen mit Epilepsie.

Viele Menschen, bei denen Epilepsie diagnostiziert wurde, führen ein ganz normales Leben, sind leistungsfähig und ansonsten gesund – „krank“, also auf Verständnis und vielleicht Hilfe angewiesen, sind sie nur in den seltenen kurzen, meist nur wenige Sekunden oder Minuten dauernden Augenblicken eines Anfalls. Eine Epilepsie liegt vor, wenn nach mindestens einem Anfall bei der anschließenden Diagnostik Auffälligkeiten im EEG oder dem MRT gefunden wurden.
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Vielgestaltig und noch immer nicht ganz geklärt

Angeboren? Erworben? Folge von schädlichen Umwelteinflüssen? Die Epilepsie gibt noch immer Rätsel auf. Kein Zweifel besteht jedoch daran, dass sie zu allererst einmal eine organische Erkrankung ist.

Eine Epilepsieerkrankung liegt vor, wenn es neben einem epileptischen Anfall auch auffällige organische Befunde auftreten. Ein einzelner Anfall allein muss noch keine Epilepsie sein. Ein epileptischer Anfall im weitesten Sinne ist Ausdruck einer kurzzeitigen Funktionsstörung im Gehirn und nur in ganz seltenen Fällen Symptom eines fortschreitenden Hirnleidens. Als unspezifische Reaktion des Gehirns auf unterschiedliche Reize kann es bei jedem Menschen zu Gelegenheitsanfällen kommen. Dabei handelt es sich nicht um eine Epilepsieerkrankung. Oft sieht man diese Anfälle bei einem Alkoholentzug. Aber auch Medikamente, Schlafentzug, Fieber, Sonnenexposition und Vergiftungen können zu Gelegenheitsanfällen führen.


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Keine Erbkrankheit, aber genetische Veranlagung

Besonders bei den idiopathischen Epilepsien werden Gendefekte angenommen, teilweise sind diese auch schon bewiesen. Dabei neigen dann die Betroffenen zu einer herabgesetzten Erregungsschwelle, was unter bestimmten Umständen dann zu einem epileptischen Anfall führen kann.
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Vorurteilen keine Chance

Epilepsie ist eine Krankheit, die wegen ihrer zum Teil dramatischen Symptome zu allerlei Vorurteilen geführt hat. Zum Beispiel: Epilepsie sei eine Geisteskrankheit. Diese Vorstellung ist falsch. Epilepsie ist die Folge einer Funktionsstörung des Gehirns, die prinzipiell jeden betreffen kann. Diese Störung ist organischer und nicht psychischer Natur, kann aber für den Betroffenen durchaus eine erhebliche seelische Belastung bedeuten. Aus diesem Grund ist eine psychologische Betreuung, in der der Betroffene besser mit der Krankheit und ihren sozialen Folgen umzugehen lernt, oft ratsam.

Unzutreffend ist auch die Vorstellung, dass mit jedem Anfall Gehirnzellen zugrunde gingen. Ein Ausfall von Nervenzellen ist nur bei sehr langen Anfällen oder dem gefährlichen Status epilepticus, bei dem ein Anfall in den nächsten übergeht, nachgewiesen. Eine frühzeitige und konsequente Therapie kann solche Nervenzellenausfälle aber vermeiden und dafür sorgen, dass es zu einem Status epilepticus gar nicht erst kommt.
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Neuronenfeuer im Gehirn

Die weit verbreitete Vorstellung von Ohnmacht und Krämpfen während eines epileptischen Anfalls beschreibt nicht die vielen unterschiedlichen Formen, in denen die Epilepsie zum Ausdruck kommen kann. Ein Blick auf das Geschehen während eines Anfalls im Gehirn kann das verständlicher machen: Bei gesunden Menschen verläuft das komplexe Zusammenspiel der Milliarden von Zellen im Gehirn völlig reibungslos und exakt aufeinander abgestimmt. Bewegen, sprechen, denken, fühlen – all das und viel mehr leisten die rund 20 Milliarden Nervenzellen, über die wir verfügen, in der Regel völlig störungsfrei. Bei Menschen mit Epilepsie ist das Zusammenspiel von elektrischen und chemischen Signalen, mit denen die Nervenzellen untereinander in Austausch stehen, hin und wieder gestört – dann feuern plötzlich viele Nervenzellen gleichzeitig unkontrolliert Impulse ab. Diese ungewöhnlichen Entladungen entstehen in bestimmten Hirnabschnitten und breiten sich dann über die Nachbarbereiche aus ­­ – man spricht dann von fokalen Anfällen. In anderen Fällen gehen diese Erregungen nicht von umschriebenen Arealen aus, sondern ergreifen sogleich das gesamte Gehirn, dies ist meistens bei idiopathischen generalisierten Anfällen der Fall.
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Klassifikation der Epilepsien

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen für eine Epilepsie, der Vielzahl der Symptome sowie der Tatsache, dass viele Patienten mit ihrem ganz persönlichen Krankheitsbild einer Epilepsie nicht in ein starres Schema passen, ist die Klassifikation der epileptischen Anfälle bis heute eine nur teilweise gelöste Aufgabe. Die Internationale Liga gegen Epilepsie empfiehlt folgende Klassifikation:

Fokale Anfälle:
  • einfach fokale Anfälle (der Betroffene ist bei Bewusstsein)
  • komplex fokale Anfälle (das Bewusstsein ist getrübt)
  • fokale Anfälle, die sich sekundär zu generalisierten Anfällen entwickeln
Generalisierte Anfälle:

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Fokale Anfälle

Experten können an der Erscheinungsform eines Anfalls manchmal schon erkennen oder zumindest vermuten, in welchem Bereich des Gehirns ein fokaler Anfall beginnt sich auszubreiten: Zucken und krampfen bei dem Patienten die linken Gliedmaßen, so liegt der Ursprung des Anfalls wahrscheinlich in der rechten Gehirnhälfte und umgekehrt, beginnt der Anfall mit optischen Eindrücken – oft wird von Lichtblitzen berichtet – breitet er sich vermutlich von der Sehrinde her aus. Typisch für einfach fokale Anfälle ist: Der Betroffene ist während des Anfalls wach, bei klarem Bewusstsein und kann später beschreiben, wie er den Anfall erlebt hat.

Geträumt? Halluziniert? Die „Aura“

Ob während des Anfalls bestimmte Geräusche gehört werden oder bestimmte Körperempfindungen im Vordergrund stehen. Oft lässt sich daraus auf den Ursprungsort des Anfalls schließen. Entsprechend kann das Erleben eines einfach fokalen Anfalls von Patient zu Patient verschieden sein: Während die einen über Melodien und/oder Stimmen, die sie gehört haben, berichten, erzählen die anderen, wie sich der Raum um sie herum merkwürdig verschoben hat, und wieder andere sehen bunte Lichter, Farben und ganze Bilder. Schwindelgefühle, an die sich manche Betroffene später erinnern, werden etwa als Fahrt im Karussell oder als immer schneller werdende Bewegung im Raum beschrieben. Eine Wahrnehmung, von der Patienten nach einem fokalen Anfall auch hin und wieder berichten und die auch gesunde Menschen kennen, ist das sogenannte „Déja-vu“-Erlebnis – das intensive, aber unzutreffende Gefühl, etwas schon einmal erlebt oder gesehen zu haben.

Häufig kann der Patient die Empfindungen, die er während eines fokalen Anfalls erlebt hat, aber nicht recht in Worte fassen, und häufig sind diese Wahrnehmungen auch eher körperlicher Art – ein Druck im Oberbauch zum Beispiel, Herzklopfen oder eine unspezifische Angst. All diese epileptischen Wahrnehmungsstörungen werden mit dem griechischen Wort „Aura“, was so viel wie „Windhauch“ oder „Windstoß“ bedeutet, bezeichnet. Hier scheiden sich jedoch die (wissenschaftlichen) Geister: Während die einen der Meinung sind, dass die Aura einem Anfall mit Bewusstseinverlust vorausgeht, sind die anderen davon überzeugt, dass sie selbst schon ein eigenständiger epileptischer Anfall ist. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass das, was der Patient in diesem Zustand erlebt, von fundamentaler Bedeutung dafür ist, in welcher Region des Gehirns der Anfall seinen Ursprung hat.
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Komplex fokale Anfälle

Anders verhält es sich bei einem komplex fokalen Anfall, der nicht selten wie ein einfacher Anfall beginnt und mit Bewusstseinseintrübungen – von leichter Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit – einhergehen kann. Charakteristisch für fokale Anfälle sind die sogenannten Automatismen: wiederholte gleichförmige Bewegungen wie Kauen, Schmatzen oder Schlucken, aber auch ganze Handlungssequenzen wie das Ausräumen einer Schublade oder das An- oder Auskleiden. Manche Patienten sprechen während eines komplex fokalen Anfalls auch. Diese verbalen Automatismen sind jedoch meist unverständliche Widerholungen ein und desselben Wortes oder von Satzteilen. Später bestehen meist Erinnerungslücken – Dinge, die man dem Betreffenden zum Beispiel während des Anfalls gesagt hat, werden dann nicht mehr erinnert. Wann ein komplex fokaler Anfall zu Ende ist, kann man meist nicht genau bestimmen. Nach einigen Minuten, selten sind es mehr als 15, lassen die Symptome einfach nach. Nicht immer ebbt ein komplex fokaler Anfall jedoch wieder ab. Manchmal geht er in einen generalisierten tonisch-klonischen Anfall über. Dieser, früher noch mit den französischen Begriff „Grand Mal“ beschrieben, bietet das Bild eines epileptischen Anfalls, das auch im öffentlichen Bewusstsein mit dieser organischen Erkrankung verbunden wird.
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Generalisierte Anfälle

Bei dieser Form epileptischer Anfälle ist das gesamte Gehirn, mindestens aber sind Anteile beider Gehirnhälften gleichzeitig betroffen. Nicht selten ist der generalisiserte Anfall aus einem fokalen Anfall, der sich über das ganze Gehirn ausgebreitet hat, entstanden. In diesem Fall spricht der Fachmann von einer sekundären Generalisierung.

Bei einem generalisiserten Anfall hat der Patient deutliche Bewusstseinstörungen oder befindet sich sogar in einem Zustand tiefer Bewusstlosigkeit – Muskelzuckungen können, müssen aber bei einem generalisierten Anfall nicht auftreten. Obwohl bei einem generalisierten Anfall mehr oder weniger das ganze Gehirn betroffen ist, lassen sich verschiedene Anfallsarten unterscheiden:

Einfache Absencen

Die mildeste Form eines generalisierten Anfalles wird gern auch mit dem Begriff der „Bewusstseinspause“ beschrieben: Bei dem, meist nur wenige Sekunden andauernden Anfall schaut der Betroffene plötzlich und unvermittelt mit starrem Blick ins Leere, bricht mitten im Satz ab oder spricht merklich langsamer. Eine Tätigkeit wird für die Dauer dieser Bewusstseinspause unterbrochen und nach deren Ende so wieder aufgegriffen, als sei nichts geschehen. Für gewöhnlich erinnert sich der Patient später nicht an den Anfall. Diese einfachen Absencen treten meist nach dem Aufwachen auf.

Komplexe Absencen
Komplexe Absencen machen sich neben der Bewusstseinsstörung mit leichten rhythmischen Zuckungen bemerkbar oder damit, dass der Patient plötzlich den Kopf nach vorne fallen lässt und schlaff in sich zusammensackt. Wenn Automatismen auftreten, also Bewegungsabläufe automatisch wiederholt werden, kann eine Tätigkeit, die der Patient gerade ausgeübt hat, automatisch – also nicht bewusst und willentlich – fortgesetzt werden. Auch andere, zum Beispiel mimische Automatismen treten auf. Diese typischen Absencen zeigen eine genetische Veranlagung. Die atypischen Absencen kommen jedoch häufiger bei erworbenen Epilepsien vor.

Atypische Absencen
Eine Sonderform der Absencen sind die atypischen Absencen, deren Begleiterscheinungen stärker ausgeprägt sind als bei den typischen Absencen. Charakteristisch für die atypischen Absencen ist, dass sie dazu tendieren, immer häufiger aufzutreten und schließlich in den gefährlichen Status epilepticus überzugehen, der einige Tage andauern kann. Gerade bei Kindern kann das dazu führen, dass bereits Erlerntes wieder verloren geht und neu gelernt werden muss.

Tonisch-klonische Anfälle
Der tonisch-klonische Anfall, früher oft als „Grand-Mal“ – „großer Anfall“ bezeichnet, ist die häufigste Form des generalisiserten Anfalls. Er kann in jedem Alter auftreten – täglich oder in Abständen von Monaten bis Jahren, ist aber bei kleinen Kindern sehr selten. Bei manchen Patienten kündigt sich ein bevorstehender Anfall mit bestimmten körperlichen oder sinnlichen Wahrnehmungen an, die oft als „Aura“ beschrieben werden – einem Druck im Oberbauch oder dem (rein subjektiven) Hören von Geräuschen oder Stimmen zum Beispiel. Bei den meisten Patienten tritt ein generalisiserter Krampfanfall aber ohne vorherige Ankündigung plötzlich und aus heiterem Himmel auf. In der Mehrheit der Fälle läuft er in einer bestimmten Reihenfolge ab:
  • Die Patienten verlieren von einer Sekunde auf die nächste das Bewusstsein und stürzen mit gestrecktem Körper zu Boden.
  • Zunächst befinden sich die bewusstlosen Patienten im tonischen Stadium der Erkrankung, das heißt Arme, Beine, Rumpf, Hals und Gesicht sind für einige Sekunden bis zu einer halben Minute versteift.
  • In dem sich anschließenden klonischen Stadium beginnt der Patient am ganzen Körper, vor allem aber an Kopf, Armen und Beinen für etwa eine halbe bis eine ganze Minute zu zucken.
Zu Beginn des Anfalls setzt die Atmung vollständig aus, um dann nach einigen Sekunden vertieft und schwer wieder einzusetzen. Da das vegetative Nervensystem mit einbezogen ist, ist der Patient häufig zunächst blass, später wegen des Sauerstoffmangels bläulich im Gesicht. Er schwitzt und produziert vermehrt Speichel, der oft mit Blut vermischt aus dem Mund austritt, weil der Patient sich während des Anfalls auf die Zunge gebissen hat.

Meist geht die tiefe Bewusstlosigkeit während des Anfalls in einen kurzen bis mehrere Stunden anhaltenden tiefen Nachschlaf über, nach dem der Betroffene oft über Muskelkater klagt. Erinnert wird der Anfall nicht. Patienten, bei denen der Tiefschlaf ausbleibt oder nur sehr kurz ist, sind danach oft verwirrt und unruhig, wissen nicht, wo sie sind oder erkennen die Menschen in ihrer Umgebung vorübergehend nicht wieder.

Myoklonische Anfälle
Diese Art von Anfällen können auch Gesunde sich gut vorstellen, denn sie ähneln meist dem Zucken, das man vom Einschlafen her kennt. Myoklonische Anfälle können aber auch sehr heftig sein – der Patient knickt dann zum Beispiel in den Beinen ein oder schleudert etwas, das er in der Hand hält, unwillentlich von sich. Die Anfälle sind kurz, das Bewusstsein ist klar, zu wenig Schlaf oder zu frühes Wecken können einen Anfall begünstigen.

Klonische Anfälle
Typisches Zeichen für einen klonischen Anfall sind rhythmische Muskelzuckungen, die in einer oder mehreren Muskelgruppen auftreten können – etwa am Augenlid, einer Gesichtshälfte, Armen und/oder Beinen oder dem ganzen Körper. Nach dem Anfall ist die betroffene Körperpartie für kurze Zeit wie gelähmt.

Tonische Anfälle
Tonische Anfälle bleiben, gerade wenn sie mild verlaufen, leicht unbemerkt, weil sie bevorzugt (aber nicht immer) im Schlaf auftreten. Dabei verkrampft sich eine einzelne Muskelgruppe oder der ganze Körper für wenige Sekunden und bleibt dann für die Anfallsdauer in einer gezwungenen Haltung – den Kopf zum Beispiel ins Kopfkissen gedrückt. Gefährlich werden können tonische Anfälle, wenn sie im Wachzustand auftreten, weil dann immer die Gefahr besteht, dass der Betreffende stürzt und sich schwer verletzt.

Atonische (astatische) Anfälle
Bei einem atonischen Anfall verliert die Haltungsmuskulatur des Körpers plötzlich an Spannung – an Tonus. Ist der Anfall mild, macht sich das womöglich nur durch das plötzliche Hängenlassen des Kopfs bemerkbar. Ist die Rumpfmuskulatur jedoch stark betroffen, kann der Patient bei einer sitzenden Tätigkeit zum Beispiel mit dem Gesicht auf die Tischplatte fallen und sich verletzen. Auch besteht die Gefahr, plötzlich zu stürzen – dann liegen die Patienten stumm und regungslos auf dem Boden.
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Kann man Epilepsie in jedem Alter bekommen?

Im Prinzip kann in jedem Alter eine Epilepsie auftreten. Je nach Epilepsieform sind unterschiedliche Altersgipfel bekannt. Die juvenile myoklonische Epilepsie beispielsweise tritt vermehrt zwischen dem 10ten und 20ten Lebensjahr auf.
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Kann eine Epilepsie von allein abheilen?

Ob Epilepsien tatsächlich „heilen“, ist nicht streng wissenschaftlich gesichert. Dass Epilepsien aufhören können, es also nicht zu weiteren Anfällen kommt, ist dagegen bekannt. Bei Kindern zum Beispiel, bei denen die Epilepsie im Schulalter aufgetreten ist, kann die Krankheit manchmal auch ohne Behandlung mit der Pubertät enden. Auch scheint ein gewisser Prozentsatz von Erwachsenen mit Epilepsie irgendwann unbehandelt frei von Anfällen zu sein. Nur: Die Krankheit ist viel zu ernst, als dass man sich darauf verlassen könnte. Jede Epilepsie gehört in die Hand eines darauf spezialisierten Arztes, und wenn dann die Entscheidung getroffen wird, Medikamente abzusetzen, sollte auch das nur in Absprache mit dem Arzt geschehen.
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Das Zusammenspiel von Milliarden von Nervenzellen im Gehirn ermöglicht, verschiedenste Funktionen und Tätigkeiten auszuüben, und das womöglich gleichzeitig. Bei Epilepsie ist dieses Zusammenspiel kurzzeitig gestört.
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Wie sich ein fokaler Anfall äußert, ist von Patient zu Patient verschieden: Manche sehen bunte Lichter, Farben oder Bilder, die sogenannte „Aura“. Andere hören Melodien oder Stimmen. Diese Körperempfindungen lassen auf den Ursprungsort des Anfalls im Gehirn schließen.
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Fokale Anfälle haben einen festen „Ausgangspunkt“ im Gehirn, von dem aus sie sich ausbreiten können. Der Patient ist bei Bewusstsein und ansprechbar.